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Kräuterweihe

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Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Blot-Vorbereitung des Stammtisches Sachsen. Er beleuchtet den alten Volksbrauch der Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt, der sehr wahrscheinlich auf heidnische Ursprünge zurückgeht. Zusätzlich wird in diesem Artikel der altenglische Neun-Kräuter-Segen vorgestellt, er ist sowohl im Originaltext als auch in der deutschen Übersetzung eingefügt.

Dieser Artikel stellt lediglich eine Zusammenfassung verschiedener Artikel zum Thema dar.

Alle Quellen sind am Ende des Artikels angegeben


Kräuterweihe

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Kräuterweihe als Brauch

Kräuterweihe in der römisch-katholischen Kirche

Allgemeines

Die Kräuterweihe ist ein volkstümlicher Brauch aus der römisch-katholischen Kirche. Es ist besonders in den Alpenregionen lebendig. Er ist seit dem 14. Jahrhundert unter den Namen „Unserer Lieben Frauen Wurzelweihe“ belegt und wird zu Mariä Himmelfahrt (15.August) gepflegt. Das Fest Mariä Himmelfahr selbst ist bis ins 7.Jh belegt und wurde 813 als kirchlicher Festtag in Deutschland eingeführt. Ein weiterer Brauch zu Mariä Himmelfahrt ist die Lichterprozession.

Der Kräuterbuschen

Für die Kräuterweihe wird ein Strauß Kräuter gebunden, hierfür wird immer eine religiös bedeutungsvolle Anzahl an Kräutersorten gesammelt, also 7,9,12,14,24,72 oder 99! Kräuter. Die Buschen können dabei von Handsträußchen- bis Wagenradgröße einnehmen.
 


Typische Kräuter sind:

•    Alant,
•    Arnika,
•    Baldrian,
•    Frauenmantel,
•    Liebstöckel,
•    Pfefferminz,
•    Wegwarte,
•    Johanniskraut,
•    Wermut,
•    Beifuß,
•    Rainfarn,
•    Schafgarbe,
•    Königskerze,
•    Kamille,
•    Thymian,
•    Baldrian,
•    Eisenkraut,
•    Div. Getreide.

Wobei Die Königskerze meist in die Mitte gebunden wird. In einigen Regionen wurde für jede Person und jedes Vieh auf dem Hof eine Alantblüte eingebunden.
Segnung
Die gesammelten Kräuterbuschen werden anschließend in die Kirche getragen und durch den Pfarrer geweiht. Über den Kräutern wird ein Gebet gesprochen in welchen die Heil- und Schutzkräfte der Pflanzen beschworen werden (Gott soll ihnen ihre Heilkraft verleihen). Oftmals werden die Kräuter noch eingeräuchert und/oder mit Weihwasser besprengt.
Nach der Segnung werden die Buschen zu Hause im „Herrgottswinkel“ also am Hausaltar zum Trocknen aufgehängt.
Anwendung
Die Kräuter aus den Buschen wurden bei Beschwerden als Tee aufgegossen und getrunken, kranken Vieh in Futter gemischt oder aber als Schutz vor Blitz und Unwetter verräuchert oder ins Herdfeuer geworfen. Auch der aufgehängte Buschen selbst stiftet den Heim Heil und Schutz, so soll er beispielweise zu Eheglück und Kindersegen verhelfen.
Heidnische Wurzeln der Kräuterweihe
Viele Autor(inn)en, darunter auch christliche Würdenträger, gehen bei der Kräuterweihe von einem vorchristlichen Brauch aus. Belege liefert jedoch keine(r).Lediglich der Hinweis, dass die Kräuterweihe um 745 verboten wurde, könnte eine Grundlage für diese Theorie schaffen. Viele heidnische Bräuche wurden zur Christianisierung verboten und später in christlichen Kontext wieder eingeführt. Ob die Terminierung des alten Festes beibehalten wurde ist fraglich, jedoch zählt die Zeit zwischen Mitte August und September, die im römisch-katholischen Volksbrauch als „Frauendreißiger“ benannt wird, als beste Kräutersammelzeit. Im alten durch Beda Venerabilis überlieferten angelsächsischen Kalender heißt der August Weodmonath was als Unkraut/Gras-Monat oder auch Weidemonat übersetzt wird, vielleicht könnte hiermit auch ein Kräutermonat gemeint sein.
Sowohl das rituelle sammeln von Kräuter und das beschwören der selbigen ist im angelsächsischen Neun-Kräuter-Segen aus heidnischer Zeit überliefert. Ebenso sind das besprengen mit Wasser und das segnen durch „beräuchern“ in vielen polytheistischen Kulturen bekannt. Somit besteht diese Brauch zumindest aus allgemeinen kultischen Elementen die auch für das germanische Heidentum Gültigkeit hatten.

Kräuterweihe im modernen Heidentum

Trotz der Tatsache dass es keine genauen Quelle über die Herkunft des Brauches zu geben scheint, kann man ihn auf Grund der oben genannten Sachverhalte guten Gewissens in den eigenen Jahrkreis aufnehmen.
Mögliche Termine
Zunächst ist die Frage zu klären auf welches Datum man für diese Weihe festsetzen möchte. So besteht die Möglichkeit es vom 31. Juli auf den 01.August zu legen um den kalendarischen Monat feierlich zu beginnen, alternativ kann man auch das Datum Mariä-Himmelfahrts übernehmen.
Stimmiger ist es sicherlich das Fest auf eine besondere Mondphase zu legen. Geht man davon aus dass das einstige Datum der Kräuterweihe ins Christentum übernommen wurden und dass die Germanen sehr wahrscheinlich ihre Monate mit Erscheinen der ersten Sichel nach Neumond begonnen haben, so könnte man aus dem Datum auf ein einstiges Vollmondfest deuten.
Möglicher Ablauf
Jedes Fest beginnt mit einer gründlichen Planung. Hier einige Stichpunkte über die im Vorfeld Klarheit herrschen sollte.


•    Termin und Dauer des gesamten Festes
•    Gemeinsames Sammeln und Weihe oder nur Weihe?
•    Wo Kräuter sammeln?
•    Welche Kräuter sammeln? Welche Kräuter wachsen am ausgemachten Ort?
•    Wo soll die Weihe stattfinden?
•    Soll es ein Feuer geben? Wenn ja:

o    Wo darf man Feuer machen? (Feuerstellen)
o    Wurde für den Zeitraum ein Waldbrandwarnstufe ausgerufen?
o    Wer bringt das Holz und die Materialien zum Anzünden mit?

•    Klärung des grundsätzlichen Ablaufs und zusätzlicher Aktivitäten.

Was wird für dieses Fest benötigt?

•    Fürs Sammeln

o    Geeignete Kleidung und Schuhwerk
o    Scharfes Messer
o    (Garten)Handschuhe
o    Schnur zum binden

•    Für die Weihe

o    Trinkhorn
o    Met
o    Eventuell Räucherwerk oder Weihewasser


Es sollte zudem festgelegt werden ob gemeinsam Kräuter gesammelt oder ob nur die Weihe gemeinsam abgehalten wird.
Das Ritual beginnt mit der Weihe des Ortes, der Festsetzung des sogenannten heiligen Ortes und der heiligen Zeit. Eine Mölichkeit ist die Hammerweihe oder die Einhaselung des Platzes, auch ist eine ein- oder dreimalige Umschreitung des Platzes mit Räucherwerk und/oder Weihewasser möglich.
Anschließend werden die Buschen in die Mitte gelegt. Der Anlass der Weihe wird genannt und die gewünschten Götter und Wesen angerufen. Dies können sein Wodan/Odin(Merserburger Zauberspruch II) in seiner Funktion als Heiler, Frigga/Frija/Freyja im Besonderen dann wenn Orakelkräuter gesammelt wurden, Holle, Eira(eddisch Ärztin/Göttin), sowie die Ahnen im Allgemeinen und diverse Naturgeister. Nicht gesichtert ist der Zusammenhang der Matrone Alateivia(Allgöttliche) aus Xanten, deren Weihestein ein Arzt setzen ließ und vermutlich germanischen Göttin Arvolecia aus Nordengland deren Name vielleicht „die schnell Heilende“ bedeutet.
Nach der Anrufung bietet es sich an eine Runde das Horn kreisen zu lassen in der jeder Teilnehmer seine guten Wünsche über die gesammelten Kräuter spricht. Der Restmet wird dann den gerufenen Göttern, Ahnen und Wesen geopfert.
Anschließend kann ein kleines Picknick veranstaltet werden zu diesem Picknick kann auch ein Ahnen oder Opferteller hergerichtet werden, der wiederum nach dem Picknick der Natur übergeben wird.
Danach kann noch nach Belieben gesumbelt und gefeiert werden. Das Fest kann noch beliebig mit weiteren Elementen wie das Entzünden eines Feuers erweitert werden.
Bevor der erste geht muss das Fest aufgehoben werden. Dazu wird der geweihte Ort wieder freigeben.

Neun-Kräuter Segen

Der Neun-Kräuter-Segen, Nine Herbs Charm oder Nine Worts Galdor ist ein altenglicher Zaubergesang aus dem 9. oder 10Jh. aus dem Lacnunga Manuskript. Der Text besteht aus drei Teilen:

Die Pflanzenbeschwörung

 
1.     Gemyne ðu, mucgwyrt,    hwæt þu ameldodest,
  Erinnere dich, Beifuß, was du verkündet hast,
2.    hwæt þu renadest    æt Regenmelde.
was du bekräftigt hast bei der großen Verkündung [Verkündung vor Gott].
3.    Una þu hattest,    yldost wyrta.
"Una" [dem Urgott angehörig] heißt du, ältestes Kraut.
4.    ðu miht wið III    and wið XXX,
Du hast Macht für 3 und gegen 30,
5.    þu miht wiþ attre    and wið onflyge,
du hast Macht gegen Gift und gegen Ansteckung [fliegendes Gift],
6.    þu miht wiþ þam laþan    ðe geond lond færð.
du hast Macht gegen das Übel, das über Land fährt.
7.    Ond þu, wegbrade,    wyrta modor,
Und du, Wegerich, der Kräuter Mutter,
8.    eastan openo,    innan mihtigu;
nach Osten geöffnet, im Innern mächtig;
9.    ofer ðe crætu curran,    ofer ðe cwene reodan,
über dir knarrten Wagen, über dir weinten Frauen,
10.    ofer ðe bryde bryodedon,    ofer þe fearras fnærdon.
über dir schriehen Bräute, über dir schnaubten Stiere.
11.    Eallum þu þon wiðstode    and wiðstunedest;
Allen hast du widerstanden, und dich widersetzt;
12.    swa ðu wiðstonde    attre and onflyge
ebenso widerstehe dem Gift und der Ansteckung
13.    and þæm laðan    þe geond lond fereð.
und dem Übel, das über Land fährt.
14.    Stune hætte þeos wyrt,    heo on stane geweox;
[Schaumkraut/Brunnenkresse/Feldsalat] heisst dieses Kraut, es wuchs auf dem Stein;
15.    stond heo wið attre,    stunað heo wærce.
es steht gegen Gift, es widersetzt sich dem Schmerz.
16.    Stiðe heo hatte,    wiðstunað heo attre,
Brennnessel heisst es, es widersetzt sich dem Gift,
17.    wreceð heo wraðan,    weorpeð ut attor.
es verjagt den Feind, wirft das Gift hinaus.
18.    þis is seo wyrt    seo wiþ wyrm gefeaht,
Dies ist das Kraut, das gegen die Schlange focht,
19.    þeos mæg wið attre,    heo mæg wið onflyge,
dies hat Macht gegen Gift, es hat Macht gegen Ansteckung,
20.    heo mæg wið ðam laþan    ðe geond lond fereþ.
es hat Macht gegen das Übel, das über Land fährt.
21.    Fleoh þu nu, attorlaðe,    seo læsse ða maran,
Vertreibe du nun, attorlaðe [Heilziest/Natterntopf/Nachtschatten/Hühnerhirse],
[du] das kleinere [Kraut] das grössere [Gift],
22.    seo mare þa læssan,    oððæt him beigra bot sy.
[du] das grössere [Kraut] das kleinere [Gift], bis er von beiden genest.
23.    Gemyne þu, mægðe,    hwæt þu ameldodest,
Erinnere dich, Kamille, was du verkündet hast,
24.    hwæt ðu geændadest    æt Alorforda;
was du entgegnet hast bei Alorford [der Erschaffung];
25.    þæt næfre for gefloge    feorh ne gesealde
dass niemals [jemand] durch Ansteckung das Leben verliere,
26.    syþðan him mon mægðan    to mete gegyrede.
nachdem man ihm Kamille zur Speise bereitet habe.
27.    þis is seo wyrt    ðe wergulu hatte;
Dies ist das Kraut, das Apfel heisst;
28.    ðas onsænde seolh    ofer sæs hrygc
das entsandte der Seehund über dem Rücken der See
29.    ondan attres    oþres to bote.
zur Hilfe gegen die Bosheit von einem anderen Gift.
41.    Stond heo wið wærce,    stunað heo wið attre,
Es steht gegen Schmerz, widersetzt sich dem Gift,
42.    seo mæg wið III    and wið XXX,
es hat Macht gegen 3 und gegen 30,
43.    wið feondes hond    and wið færbregde,
gegen die Hand des Feindes und gegen unheilvolle Machenschaften,
44.    wið malscrunge    manra wihta.
und gegen Behexung gemeiner Wesen.
34.    þær geændade    æppel and attor,
Dort sprach der Apfel gegen das Gift,
...
36.    Fille and finule,    felamihtigu twa,
Kerbel und Fenchel, zwei sehr mächtige,
37.    þa wyrte gesceop    witig drihten,
diese Kräuter schuf der weise Herr,
38.    halig on heofonum,    þa he hongode;
der Heilige im Himmel, als er hing [Christus/Wodan];
39.    sette and sænde    on VII worulde
setze und sandte [sie] in 7 Welten
40.    earmum and eadigum    eallum to bote.
den Armen und Reichen, allen zur Hilfe.
 
Bisher konnten noch nicht alle Kräuter fehlerfrei identifiziert werden.

Name neuenglisch    lateinisch deutsch
mucgwyrt Mugwort artemisia vulgaris Beifuß
wegbrade Plantain plantago maior    (Breit)Wegerich
stune Lamb's cress cardamine hirsuta Behaartes Schaumkraut
 oder Corn salad valerianella locusta Gewöhnlicher Feldsalat
 oder Watercress nasturtium officinale bzw. rorippa nasturtium-aquaticum Brunnenkresse
stiðe Nettle urtica dioica und urtica urens Große und Kleine Brennnessel
attorlaðe Betony, auch bishopswort oder woundwort  stachys betonica, betonica officinalis Heilziest
 oder Black nightshade solanum nigrum Schwarzer Nachtschatten
 oder Viper's Bugloss[2] echium vulgare Gewöhnlicher Natternkopf
 oder Cock's spur grass panicum crus galli bzw. echinochloa crus galli Hühnerhirse
mægðe Chamomile, auch mayweed oder maythe anthemis cotula Kamille
wergulu Crab-apple oder wood-sour apple pyrus malus Wildapfel
fille Chervil anthriscus cerefolium Garten-Kerbel
finule Fennel foeniculum vulgare Fenchel


  
  
     

Spruch 

30.    ðas VIIII magon    wið nygon attrum.
Diese 9 [Kräuter] haben Macht gegen neun Gifte.
31.    Wyrm com snican,    toslat he man;
Eine Schlange kam gekrochen, zerriss einen Menschen;
32.    ða genam Woden    VIIII wuldortanas,
da nahm Wodan 9 Ruhmeszweige,
33.    sloh ða þa næddran,    þæt heo on VIIII tofleah.
erschlug da die Natter, dass sie in 9 [Stücke] zerbarst.
35.    þæt heo næfre ne wolde    on hus bugan.
dass sie niemals mehr ins Haus kriechen wollte.
45.    Nu magon þas VIIII wyrta    wið nygon wuldorgeflogenum,
Nun haben diese 9 Kräuter Macht gegen neun böse Geister,
46.    wið VIIII attrum    and wið nygon onflygnum,
gegen 9 Gifte und gegen neun ansteckende Krankheiten,
47.    wið ðy readan attre,    wið ðy runlan attre,
gegen das rote Gift, gegen das stinkende Gift,
48.    wið ðy hwitan attre,    wið ðy wedenan attre,
gegen das weisse Gift, gegen das purpurne Gift,
49.    wið ðy geolwan attre,    wið ðy grenan attre,
gegen das gelbe Gift, gegen das grüne Gift,
50.    wið ðy wonnan attre,    wið ðy wedenan attre,
gegen das bleiche Gift, gegen das blaue Gift,
51.    wið ðy brunan attre,    wið ðy basewan attre,
gegen das braune Gift, gegen das karminrote Gift,
52.    wið wyrmgeblæd,    wið wætergeblæd,
gegen Schlangenblattern, gegen Wasserblattern,
53.    wið þorngeblæd,    wið þystelgeblæd,
gegen Dornblattern, gegen Distelblattern,
54.    wið ysgeblæd,    wið attorgeblæd,
gegen Eisblattern, gegen Giftblattern,
55.    gif ænig attor cume    eastan fleogan
wenn irgendein Gift kommt von Osten geflogen [Ansteckung],
56.    oððe ænig norðan      *  *  *   cume
oder irgendeins von Norden ... kommt,
57.    oððe ænig westan    ofer werðeode.
oder irgendeins von Westen über die Menschheit.
58.    Crist stod ofer adle    ængan cundes.
Christus stand über Krankheit jeder Art.
59.      Ic ana wat    ea rinnende
  Ich allein weiss ein rinnendes Wasser
60.    þær þa nygon nædran    nean behealdað;
wo da neun Nattern nahe bewachen;
61.    motan ealle weoda nu    wyrtum aspringan,
mögen alle Kräuter nun von ihren Wurzeln aufspringen,
62.    sæs toslupan,    eal sealt wæter,
die Seen sich öffnen, all das Salzwasser,
63.    ðonne ic þis attor    of ðe geblawe.
wenn ich dieses Gift von dir blase.
 

Rezept

64.    Mugcwyrt, wegbrade þe eastan open sy, lombescyrse,
Beifuss, Wegerich die nach Osten offen ist, Lammkresse [Schaumkraut],
65.    attorlaðan, mageðan, netelan, wudusuræppel, fille and finul,
attorlaþen [Heilziest], Kamille, Nessel, Wildapfel, Kerbel und Fenchel,
66.    ealde sapan. Gewyrc ða wyrta to duste, mængc wiþ þa
alte Seife. Stosse die Kräuter zu Staub, menge [sie] mit der
67.    sapan and wiþ þæs æpples gor. Wyrc slypan of wætere
Seife und mit dem Saft des Apfels. Mache einen Brei aus Wasser
68.    and of axsan, genim finol, wyl on þære slyppan and beþe mid
und aus Asche, nimm Fenchel, koche [ihn] in dem Brei und erwärme [es] mit
69.    æggemongc, þonne he þa sealfe on do, ge ær ge æfter. Sing
Ei-Gemisch, wenn er die Salbe auftut, sowohl vorher als nachher. [Er] singe
70.    þæt galdor on ælcre þara wyrta, III ær he hy wyrce and
diesen Zauberspruch über jedem dieser Kräuter, 3 [Mal] bevor er sie bearbeitet und
71.    on þone æppel ealswa; ond singe þon men in þone muð and
über den Apfel ebenso; und [er] singe dann dem Mann in den Mund und
72.    in þa earan buta and on ða wunde þæt ilce gealdor, ær he
in beide Ohren und auf die Wunde den gleichen Zauberspruch, bevor er
73.    þa sealfe on do.
die Salbe auftut.
 

Pflanzen sammeln

Grundsätzliche Regeln und Tipps zum Sammeln von Pflanzen:

•    Das Sammeln von Pflanzen in Naturschutzgebieten ist verboten
•    Das Sammeln von Pflanzen in Landschaftsschutzgebieten  ist erlaubt, jedoch darf das Landschaftsbild nicht verändert werden.
•    Pflanzen sollten nach Abtrocknen des Taus gesammelt werden, beste Sammelzeit nach 10Uhr
•    Nie alle Pflanzen eines Hortes absammeln, mindestens 50% der Pflanzen stehen lassen,
•    Nach Möglichkeit keine umliegenden Pflanzen beschädigen,
•    Geschützte Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden,
•    Nicht an Straßen, Bahngleisen, Industriegebieten sammeln (Schadstoffbelastung)
•    Nur trockene, saubere und gesunde Pflanzenteile sammeln,
•    Gesammelte Pflanzen nach Möglichkeit nicht waschen,
•    Vorsicht vor Wildtieren (Schwarzwild)
•    Blätter enthalten vor den Blühen der Pflanze die meisten Wirkstoffe
•    Blüten sollten beim aufblühen gesammelt werden
•    Früchte müssen völlig reif sein
•    Samen werden erst gesammelt, wenn die Pflanze verblüht ist, und auszutrockenen beginnt
•    Wurzeln und Knollen werden im Frühjahr oder Herbst gesammelt

Heilkräuter

Erkältungskräuter

•    Brombeerblätter
•    Hagebutte
•    Salbei
•    Spitzwegerich

Husten

•    Königskerze
•    Lungenkraut
•    Spitzwegerich
•    Thymian
•    Gänseblümchen
•    Ehrenpreis
•    Gundermann
•    Salbei
•    Schnittlauch
•    Sellerie
•    Taubnessel
•    Vogelmiere

Schnupfen


•    Eisenkraut
•    Majoran
•    Pfefferminze
•    Schafgarbe
•    Ehrenpreis
•    Frauenmantel
•    Kamille


Magen-Darm-Beschwerden

•    Frauenmantel
•    Gänsefingerkraut
•    Kamille
•    Fenchel
•    Anis
•    Kümmel
•    Beifuß
•    Schafgarbe
•    Gänsefingerkraut
•    Apfel

Nervosität und Schlafstörungen

•    Hopfen
•    Johanniskraut
•    Baldrian

Frauenkräuter

•    Frauenmantel
•    Schafgarbe
•    Gänseblümchen
•    Hirtentäschel
•    Gänsefingerkraut
•    Brennnesselsamen


Räucherkräuter

Stimmungsaufhellend, beruhigend

•    Johanneskraut
•    Mistel
•    Kamille
•    Mädesüß
•    Baldiran
•    Engelwurz

Reinigend, klärend

•    Beifuß
•    Eisenkraut
•    Königskerze
•    Rainfarn
•    Salbei
•    Wacholder
•    Engelwurz

Unterstützend beim Orakeln

•    Beifuß
•    Wacholder
•    Wermut
•    Bilsenkraut


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Kräuterweihe
http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/kraeuterweihe-zu-mariae-himmelfahrt-65961.html
http://www.zauber-pflanzen.de/kraeuterweihe.htm
http://www.altenberger-dom.de/krautwei/krautwe1.htm
http://www.firne-sitte.net//de_mensibus_anglorum.html
http://www.galdorcraeft.de/zs_9kraut_ueb.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Nine_Herbs_Charm
http://www.magieheim.at/jade/krautsammeln.html
!!! http://www.heilkraeuter.de
!!! http://www.raeucherwerk-ratgeber.com

Rudolf Simek „Lexikon der germanischen Mythologie“ Kröner Verlag 2006

 

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